Stromtarif vergleichen: Das zählt wirklich
Der günstigste Preis im ersten Jahr ist nicht immer der günstigste Tarif. So liest du ein Angebot richtig.
Redaktion Dreamnet · Stand:
Mit deinem Verbrauch anfangen
Für einen Vergleich brauchst du den Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Du findest ihn auf der letzten Jahresabrechnung. Schätzwerte führen schnell zu falschen Ergebnissen, weil sich Tarife bei hohem und niedrigem Verbrauch unterschiedlich lohnen.
Mit dem Stromkosten-Rechner siehst du, was dein Verbrauch bei einem bestimmten Preis kostet.
Arbeitspreis und Grundpreis
Ein Stromtarif besteht aus zwei Teilen: dem Arbeitspreis je Kilowattstunde und dem Grundpreis pro Jahr oder Monat. Wer wenig verbraucht, profitiert eher von einem niedrigen Grundpreis. Bei hohem Verbrauch zählt vor allem der Arbeitspreis.
Vergleiche deshalb immer die Gesamtkosten pro Jahr bei deinem Verbrauch, nicht nur einen der beiden Preise.
Boni richtig einordnen
Neukundenbonus und Sofortbonus senken den Preis im ersten Jahr. Im zweiten Jahr entfällt der Bonus, und der Tarif kann deutlich teurer sein. Ein Bonus lohnt sich nur, wenn du bereit bist, nach dem ersten Jahr wieder zu wechseln, oder wenn der Tarif auch ohne Bonus günstig ist.
- Gesamtkosten für das erste Jahr mit und ohne Bonus ansehen
- Prüfen, wann der Bonus ausgezahlt wird und an welche Bedingungen er geknüpft ist
- Den Folgepreis nach dem ersten Jahr kennen
Laufzeit, Kündigung und Preisgarantie
Kurze Laufzeiten halten dich flexibel. Eine Preisgarantie schützt vor Erhöhungen, gilt aber meist nur für Energiepreise und nicht für Steuern, Abgaben und Netzentgelte. Lies, was genau garantiert wird.
Erhöht dein Versorger den Preis, hast du ein Sonderkündigungsrecht. Der Anbieter muss dich vorher informieren. Nutze die Frist, um zu vergleichen.
Vorsicht bei Vorkasse und Paketen
Tarife mit hoher Vorauszahlung oder Kaution sind riskanter, falls der Anbieter ausfällt. Paketpreise mit fester Kilowattstundenmenge lohnen sich nur, wenn dein Verbrauch genau passt, denn Mehrverbrauch wird oft teurer berechnet.
Wechsel: Wie es abläuft
Beim Wechsel kümmert sich der neue Anbieter in der Regel um die Kündigung beim alten. Der Strom fließt weiter, eine Unterbrechung gibt es nicht. Halte Zählernummer und Zählerstand bereit und notiere den Stand am Wechseltag.
Passende Rechner
- Stromkosten Rechner: Stromkosten eines Geräts pro Tag, Monat und Jahr aus Watt, Laufzeit und Strompreis berechnen.
- Ladekosten Rechner: Ladekosten des E-Autos pro 100 km berechnen und mit Sprit vergleichen.
- Nebenkosten Rechner: Nebenkostenanteil nach Wohnfläche und Nachzahlung oder Guthaben berechnen.
Fragen und Antworten
Was ist wichtiger, Arbeitspreis oder Grundpreis?
Beides zusammen. Wer wenig Strom verbraucht, achtet stärker auf den Grundpreis, wer viel verbraucht, auf den Arbeitspreis. Vergleiche die Jahreskosten bei deinem Verbrauch.
Lohnt sich ein Tarif mit Neukundenbonus?
Nur, wenn du den Folgepreis kennst und notfalls wechselst. Ohne Bonus kann der Tarif im zweiten Jahr deutlich teurer sein.
Was bedeutet Preisgarantie?
Der Anbieter hält die vereinbarten Preise für einen Zeitraum stabil. Meist gilt das nicht für Steuern, Abgaben und Netzentgelte. Die Bedingungen stehen im Vertrag.
Bleibe ich beim Wechsel ohne Strom?
Nein. Die Versorgung läuft ohne Unterbrechung weiter, der neue Anbieter übernimmt im Normalfall die Kündigung.
Darf ich bei einer Preiserhöhung kündigen?
Ja, bei einer Preiserhöhung steht dir ein Sonderkündigungsrecht zu. Der Anbieter muss die Erhöhung vorher ankündigen.
Allgemeine Information, keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Konditionen, Preise und Gesetze ändern sich, prüfe sie vor einem Abschluss beim Anbieter. Mehr zu unserer Arbeitsweise unter Über die Rechner.